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Am 30. November 1984 erwerben die „Grandes Etapes Françaises“ um diese Hotelanlage, die im Jahre 1985 eröffnet wird.

René Traversac, Gründer der „Grandes Etapes Françaises“ interessiert sich für ein Hotel, das im Loire-Tal zum Verkauf steht und seit vielen Jahren verwahrlost ist.
Es handelt sich um das Hotel Choiseul, zwischen der Loire und der Anhöhe gelegen, direkt am Fuß des berühmten Schlosses von Amboise. Hinter den hohen Mauern ohne Öffnung, mitten in einem verwilderten Park, sind die Gebäude offensichtlich gesund aber innen völlig verfallen: die Instandsetzungsarbeiten nehmen ein bedeutendes Ausmaß an, aber die Lage ist außergewöhnlich mit einem beträchtlichen Touristenpotenzial. Er entscheidet sich für den Kauf und übernimmt die Leitung der Bauarbeiten.

Le Choiseul im Verlauf der Jahrhunderte

Zum Choiseul gehören drei Residenzen aus dem 15. und 18. Jahrhundert: La Maison de l’Ermite, la Maison du Duc und la Maison de l’Apothicaire.

La Maison de l’Ermite verdankt seinen Namen Franz von Paula, einem Einsiedler aus Kalabrien, der auf Bitten von Ludwig XI. nach Amboise gekommen war und dort den Orden der Minimen im 15. Jahrhundert gründete. Das derzeitige Gebäude wurde auf den Grundmauern dieses ehemaligen Klosters errichtet.

La Maison du Duc wird so genannt, da es vom König Ludwig XV. im 18. Jahrhundert an Etienne François, Herzog von Choiseul, verschenkt wurde. Nachdem er als Finanz- und Heerminister zu Reichtum und Macht gelangt war, ließ der Herzog von Choiseul später nur wenige Meilen von hier entfernt, ein „kleines Versailles“ errichten: das Château de Chanteloup.

La Maison de l’Apothicaire ist wirklich der Ort, wo Jehan de Gastignon, Kräuterhändler von Karl VII. und Franz I., Cremes und Salben für die Hofdamen zubereitete. Der König hatte ihm einen großen Teil des Besitzes geschenkt, einschließlich der Keller im Steilhang und insbesondere die fabelhaften „Greniers de César“. Diese Speicher umfassen drei Säle mit beeindruckenden Abmessungen, darunter ein 90 Meter langer Saal. Ferner befinden sich hier auch 4 doppelwandige Silos mit einem Durchmesser von 4 m, die zum Speichern des Weizens dienten. Bis zur französischen Revolution wurden sie als „Zehntspeicher“ benutzt. Ein Zehntel der Ernte wurde hier gelagert, bevor es an die Kirche oder die Lehnsherren abgetreten wurde.